Internationaler Jugendfreiwilligendienst

An der DSIS besteht die Möglichkeit, im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Der Zeitraum beträgt 12 Monate. Die Internationalen Jugendfreiwilligendienstleistenden können sowohl im deutschen als auch im englischen Zweig mitarbeiten. Der Fokus liegt zurzeit auf dem deutschen Grundschulbereich.

Internationale Jugendfreiwilligendienstleistende können sich auf eine Schule freuen, in der sich Schüler und Lehrer aus aller Welt begegnen und ein reger interkultureller Austausch stattfindet. Die DSIS erwartet von den Internationalen Jugendfreiwilligendienstleistenden Interesse an einer internationalen Schulkultur, die Bereitschaft sich auf Kinder einzulassen und mit ihnen zu arbeiten, sowie gute Kenntnisse in Englisch.

Die DSIS nimmt keine unvermittelten Bewerbungen entgegen, sondern kooperiert mit dem Sozialen Friedensdienst Kassel. Interessenten und Bewerber sind gebeten den Sozialen Friedensdienst Kassel zu kontaktieren. Weitere Informationen über das Freiwillige Soziale Jahr, den Sozialen Friedensdienst Kassel und wie Sie sich bewerben können, finden Sie hier.

Die Möglichkeit den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (früher Ersatzdienst) an der DSIS zu absolvieren, besteht bereits seit dem Schuljahr 2008/ 2009.

Erfahrungsbericht

Mein Freiwilligendienst an der GSIS

Endlich war die Schulzeit zu Ende. Sollte ich nun direkt mit dem Studium beginnen? Ich entschied mich dafür, dass ich noch nicht mit 23 Jahren meinen Universitätsabschluss haben muss und das Jahr, welches ich durch G8 eingespart hatte, auch auf bessere Weise nutzen könnte als schon wieder die Wochenenden in der Uni-Bibliothek zu verbringen.

Die große Frage war nur, was tun? Bald war mir klar, dass mich nichts in Deutschland halten konnte. Ich hatte in den letzten Jahren an vielen Orten Auslandserfahrung gesammelt, sodass mich vor allem die fremden Kulturen und die außereuropäischen Länder reizten.

Im Rahmen eines Internationalen Jugendfreiwilligendienstes sollte es nach Asien gehen. Zur Auswahl standen eine Stelle in Phnom Penh in Kambodscha und die Stelle der German Swiss International School in Hongkong.

Ich entschied mich für die Stelle der GSIS in Hongkong, durchlief ein Auswahlverfahren beim Sozialen Friedensdienst Kassel e.V. und hatte auch ein persönliches Gespräch mit der Schulleiterin der deutschen Grundschule. Grund für die Entscheidung zu Gunsten der Stelle in Hongkong war, dass ich in meinen letzten zwei Schuljahren den Schulalltag als Schülersprecher und Leiter der Schülerzeitung entscheidend mitgestaltet hatte und gerne wieder in diesem Bereich tätig sein wollte.

Ich hatte das große Glück zwei der ehemaligen Freiwilligen persönlich kennenzulernen, sodass ich nicht ganz unvorbereitet meine neue Stelle in einer völlig unbekannten Kultur antrat.

Nichtsdestotrotz war natürlich in der ersten Zeit eine gewisse Anpassung notwendig, da sich das idyllische Städtchen Freiburg im Breisgau nicht unerheblich von der gigantischen Stadt Hongkong unterschied.

Vor allem zu Beginn galt es Kontakte zu knüpfen, neue Freunde zu finden und sich in der neuen Umgebung einzuleben. Mein Mitfreiwilliger Valentin Quecke und ich traten dem Roteract Club Shouson Hill bei und gingen regelmäßig zu Treffen der Couchsurfing Community in Hongkong.

Zu meiner Arbeit an der GSIS lässt sich sagen, dass diese sehr abwechslungsreich ist und sich seit Beginn des Freiwilligendienstes bis zum jetzigen Zeitpunkt ein großer Wandel in meinen Aufgabenfeldern vollzogen hat.

Während in den ersten Wochen vor allem Laminier- und Kopieraufgaben im Vordergrund standen, übernahm ich später in der Unterrichtszeit immer mehr die individuelle Betreuung einzelner Schüler oder kleinerer Gruppen, bei welchen Verständnisschwierigkeiten vorlagen und eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Stoff notwendig war.

Neben meiner Mitarbeit im Unterricht werde ich bei Busaufsichten und allen Pausenaufsichten eingesetzt. Immer wieder helfe ich bei Assemblies in der Vorbereitung von Präsentationen oder der technischen Umsetzung in Zusammenarbeit mit der IT-Gruppe. Auch bei Abendveranstaltungen wie der Weihnachtsfeier oder der Theateraufführung werde ich vielfältig und flexibel eingesetzt.

Ein weiterer großer Teil meiner Arbeit besteht darin, in einigen Arbeitsgemeinschaften mitzuwirken. Gerade dieser Teil ist sehr abwechslungsreich und bereitet mir überaus Freude, da die einzelnen Aktivitäten sich stark unterscheiden. Ich helfe in den ECA's Theater, Schülerzeitung und der Hausaufgabenbetreuung. Zusätzlich bin ich nachmittags bei der Lego Roboter Aktivität und wöchentlich einmal bei Sport-Events oder Turnieren dabei.

Mein Arbeitsalltag durchlief eine große Veränderung als ich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Lehrern im Computerunterricht der 2. - 4. Klassen mitarbeitete.

Über den etwas höheren Arbeitsaufwand sah ich gerne hinweg, da ich nun die Chance hatte in stärkeren Kontakt mit den Kindern zu treten und auch meine eigenen Ideen vermehrt in den Schulalltag einzubringen.

Da mein Freiwilligendienst nun mit großen Schritten dem Ende zu geht, kann ich abschließend sagen, dass dieses Jahr mich sicherlich geprägt hat und auch wenn es auf Grund all der Möglichkeiten in Hongkong sicherlich nicht das Jahr war, in welchem ich am meisten zur Ruhe gekommen bin, war es ganz bestimmt eine Erfahrung, die ich jedem jungen Menschen wünsche.

Vor allem ein sehr freundliches und hilfsbereites Kollegium sorgte immer für eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Mir hat dieses Jahr genau den Wunsch erfüllt, den ich zu Beginn des Freiwilligendienstes hatte, zwischen Abitur und Studium einmal etwas ganz anderes zu machen.

Der Entschluss nach der Schule ein Jahr ins Ausland zu gehen stand für mich schon sehr lange fest. Das Jahr, welches ich durch G8 gewonnen hatte, wollte ich unbedingt reisen und Erfahrungen sammeln und nicht direkt anfangen zu studieren.

In meiner Schulzeit bin ich auch auf eine Auslandsschule in Asien gegangen. Das lag daran, dass wir oft umgezogen sind. Ich habe 3 Jahre in Shanghai verbracht und diese Zeit sehr gut in Erinnerung. Schon damals habe ich viele prägende Erinnerungen in der asiatischen Kultur sammeln können. Ich wollte daher unbedingt noch einmal an eine Auslandsschule in Asien. Die German Swiss International School war daher schon vom ersten Seminar an meine erste Wahl. Und so war die Freude groß, als ich letztes Jahr die Zusage bekommen habe. Mit Hongkong habe ich auch einen perfekten Standort erwischt. Eine große, laute Stadt, die mich die Langeweile aus Deutschland schnell vergessen lassen sollte. Ein weiterer Vorteil der Stadt war die perfekte Lage in Asien. Während meiner Zeit hier konnte ich so auch viel Reisen.

Ich habe viel während meiner Zeit an der GSIS und in Hongkong gelernt. Zu allererst bin ich selbständiger geworden. Es ist schwerer als ich dachte, den ganzen Alltag selber zu planen und gar keine Hilfe mehr von den Eltern zu bekommen. Durch die Distanz nach Hause konnte ich auch Abstand gewinnen und konnte sehen, dass ich oft zu Unrecht sauer auf Lehrer war oder zumindest, dass ich heute anders handeln würde. Aber am meisten habe ich mich über die Erfahrungen gefreut, die ich an der GSIS sammeln konnte. Egal ob im englischen oder deutschen Zweig, es gab immer Dinge, die ich tun konnte und bei denen ich mich gebraucht gefühlt habe. Ich durfte in so viele verschiedene Bereiche reinschnuppern und konnte so ein ganz anderes Bild von dem Beruf Lehrer gewinnen. Meine Ansicht gegenüber dem Beruf Lehrer hat sich in dem Jahr sehr geändert. Ich kann jetzt verstehen, warum man Lehrer werden will. Es macht wirklich Spaß und es wird nie langweilig. Mir persönlich hat es am meisten Spaß gemacht die ganzen verschiedenen Kinder kennenzulernen. Jedes Kind hat einen anderen Hintergrund. Aber alle verbindet, dass sie auf eine deutsche Schule in Hongkong gehen.

Die Erfahrungen, die ich hier in Hongkong sammeln konnte, haben mein Denken noch einmal komplett verändert. Ich sage selbst von mir, dass ich erwachsener und reifer geworden bin. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei der GSIS und dem sozialen Friedensdienst Kassel bedanken, dass sie mir das Vertrauen geschenkt haben und mich so gut vorbereitet und geleitet haben auf meinem Weg in die Welt der Erwachsenen. Das Jahr ist wirklich wie im Flug vergangen und ich freue mich schon jetzt darauf wieder nach Hongkong zu kommen und dann die vielen bekannten Gesichter wiederzusehen.

„Hi! Was machst du hier in Hongkong?“ „Ich mache meinen Zivildienst and der Deutschen Grundschule, der GSIS!“, „Was? Deinen Zivildienst? Das ist ja cool! Wie bist du auf die Idee gekommen das zu machen?“, „Ich war letztes Jahr in den Sommerferien hier in Hong Kong und fand es so unglaublich toll, dass ich mir gesagt habe, du musst hier unbedingt für ein Jahr leben nach dem Abi! Also habe ich mich zurück zu Hause ans Internet gesetzt und es gab tatsächlich genau zwei Stellen and der Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule (GSIS). Eine davon habe ich bekommen.“ „Das ist ja echt cool, hätte ich das damals gewusst…“ „Auf jeden Fall eine wahnsinnige Erfahrung!“

Dieser oder sehr ähnliche Dialoge habe ich hier in Hongkong immer wieder gehabt. Seinen Zivildienst, bzw. korrekterweise einen „Internationalen Jugend Freiwilligendienst“ (IJFD) in Hongkong zu machen ist natürlich sehr außergewöhnlich.

Ich bin momentan 19 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Heidelberg, das hier in Asien überraschenderweise sehr bekannt ist. Ich kann fließend Englisch und Französisch und ich habe hier in Hong Kong angefangen Kantonesisch zu lernen. Nach dem IJFD in Hong Kong werde ich ür ein Jahr als Sanitäter arbeiten und nach diesem Jahr werde ich entweder Medizin, oder molekulare Medizin in Freiburg studieren.

Seit dem besagten Urlaub, eine Rundreise durch chinesische Großstädte, war es mein größter Traum für ein Jahr hier in Hong Kong zu leben.

An der GSIS zu arbeiten bietet mir die fantastische Gelegenheit für ein Jahr in Hong Kong zu leben und zu arbeiten, wodurch dieser Traum in Erfüllung geht. Sowohl durch die Tätigkeit an der Schule, als auch durch meine Freizeitaktivitäten, mache ich bereichernde Erfahrungen, die ich in Deutschland niemals gemacht hätte. Mit Kindern zusammenzuarbeiten macht mir unglaublichen Spaß und meine Tätigkeiten in der Grundschule sind sehr vielfältig, z.B. helfe ich sehr viel im Sportunterricht aber auch im Kunstunterricht mit, oder ich betreue das in diesem Jahr neue Robotik-Projekt, bei dem die Kinder ihre eigenen Roboter mit Lego-Mindstorms bauen und programmieren. Ich fange um 07:15 Uhr an und habe um 15:20 Uhr Feierabend, weshalb ich in meiner Freizeit noch Zeit habe einerseits meine Fähigkeiten im Kung Fu weiter auszubauen und auch einen Sprachkurs zu besuchen oder sich mit Freunden zu treffen. Hier in Hongkong gibt es Restaurants aller erdenklichen Kochrichtungen, was ich natürlich voll ausschöpfe, vor allem in Hinsicht auf asiatisches Essen, was mir persönlich sehr gut schmeckt!

Ein weiterer großer Vorteil an einer Schule zu arbeiten, sind die Schulferien, die ich nutze um den asiatischen Raum zu bereisen, so war ich zum Beispiel in den Herbstferien in Taiwan, was eine herausragende Erfahrung war. Zum Ausgleich für die Ferienzeiten betreue ich Klassenfahrten oder eine Lesenacht, manchmal gibt es zusätzliche Einsätze am Wochenende.

Hong Kong ist eine wundervolle Stadt und ich genieße jede Minute, die ich hier verbringen darf. Die letzten drei Monate waren klasse und ich bin überzeugt, dass die kommenden neun mindestens genauso erfahrungsreich und toll werden!

Was kommt nach dem Abitur? Eine Frage die wahrscheinlich nicht nur ich mir oft gestellt habe. Nach meiner ersten großen Reise (nach Hong Kong, Obtober 2015) stand für mich erst einmal fest, dass ich nach dem Abitur nach Hong Kong will.

Kurz nachdem ich wieder in Deutschland gelandet war habe ich mich also informiert was man in Hong Kong für ein Jahr machen könnte. ln Deutschland habe ich seit ca. 5 Jahren, in einem Sportverein, ehrenamtlich mit Kindern zusammengearbeitet, weshalb ich hauptsächlich nach einer Tätigkeit gesucht habe, bei der man mit Kindern arbeitet. Als ich die Stelle als Freiwillige an der GSIS gefunden habe wusste ich, dass ich mich dafür Bewerben möchte. Knapp ein Jahr später fingen dann die Bewerbungen beim sfd (sozialer Friedensdienst Kassel) an.

Ab da ging alles ziemlich schnell. Die Zusage für den IJFD (Internationalen Jugend Freiwilligendienst) bekam ich schon im Dezember und dann wurden langsam alle Vorbereitungen getroffen. Mit den Seminaren, im Mai und Juni, fühlte ich mich gut Vorbereitet und die Vorfreude stieg langsam. Ich war vorher noch nie für eine längere Zeit im Ausland gewesen und dann auch noch so weit weg. Aber genau das war es, was ich wollte.

Im August bin ich dann mit meinem Mitfreiwilligen in meinem kleinen Übergangszimmer angekommen. Alles war neu und aufregend und schon ein paar Tage nach meiner Ankunft war der erste Arbeitstag. Nach dem ersten Staunen über das Schulgebäude haben wir ein paar Kollegen bei einem Mittagessen kennengelernt Auch wenn ich am Anfang etwas überfordert war, mir alle Namen und Wege zu merken, habe ich doch sofort gemerkt, dass die Kollegen uns Freiwillige immer unterstützen. Schon in den ersten Wochen habe ich gemerkt, wie positiv und offen das Arbeitsklima ist.

Die ersten drei Monate habe ich in Pok Fu Lam in der Vorschule verbracht. Das war sehr gut für die Kinder und mich um sich einzugewöhnen. ln der Zeit konnten die Kinder mich kennenlernen und es war nach der Eingewöhnungszeit für sie auch okay, dass ich nur noch zwei Tage die Woche da war. Nach diesen drei Monaten bin ich dann auch drei Tage die Woche am Peak in der ersten Klasse gewesen. Für mich war es gut, dass ich den Einblick an beiden Orten bekommen konnte und in der Vorschule, aber auch in der ersten Klasse arbeiten durfte. Durch das Arbeiten an beiden Orten konnte ich viele Erfahrungen Sammeln und beide Jahrgänge sehr gut kennenlernen. Darüber hinaus hatte ich am Peak auch noch die Möglichkeit mich bei verschiedenen Aktivitäten einzubringen, wobei ich mich in speziellen Bereichen weiterentwickeln konnte. Ich denke, dass diese Mischung sehr sinnvoll ist, da die Jahrgänge ziemlich nah beieinander liegen, aber dennoch sehr unterschiedlich sind. Außerdem hatte ich so die Möglichkeit in alle Bereiche der Grundschule herein zu schauen und ich konnte mit meinem Mitfreiwilligen zusammenarbeiten. Für mich war diese Kombination gut und ich würde nichts daran ändern wollen.

Meine Kopier-und Laminierfähigkeiten, die ich im Laufe der Zeit perfektionieren konnte, waren vor allem am Anfang des Schuljahres sehr gefragt. Mit der Zeit konnte ich immer mehr Verantwortung übernehmen und auch selber mit den Kindern zusammenarbeiten und im Unterricht helfen. Auch in den "Afternoon Activities" konnten wir uns gut einbringen. Ich habe bei der Theater-AG mitgeholfen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Dadurch hatte ich, für mich, eine gute Mischung aus Verantwortung übernehmen und mit den Kindern zusammenarbeiten und einmal eine Verschnaufspause beim Kopierer machen. Meine Kollegen haben mir immer die Möglichkeit gegeben neue Dinge auszuprobieren und haben mich unterstützt bei der Vorbereitung von Projekten.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Klassenfahrten, die hier ca. zwei Tage lag sind. Hier hatte ich viel Zeit die Kinder auch noch einmal außerhalb des Unterrichts kennen zu lernen.

Nachdem ich drei Monate lag bei einer tollen Familie untergekommen bin, habe ich mich dann doch dazu entschieden, dass ich mir eine WG suchen möchte. Nach der Besichtigung etlicher WG-Zimmer hatte ich mich dann für eins entschieden und war zum Glück auch zufrieden damit. Auch wenn das eins der anstrengenden und nervigen Teile ist, war es wichtig für mich diese Erfahrungen zu machen. Auch hier konnte ich mir immer Rat bei meinen Kollegen holen und wusste, dass ich nicht alleine da stehe. Nachher bin ich noch einmal umgezogen, wo es mir auch schon vielleichter viel, weil ich mich weiter entwickelt habe und so viel gelernt hatte.

An letzter Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei meinen Kollegen bedanken, dass ich so einen guten Einblick in das Schulleben bekommen durfte und jeden Tag gerne zur Arbeit gekommen bin. Ich habe die Zeit hier in Hong Kong und mit euch sehr genossen. Danke für eure Unterstützung.

Ich bin froh, dass ich die Entscheidung getroffen habe, hier her zu kommen. Ich habe so viel gelernt und habe mich weiterentwickelt, hatte Spaß bei der Arbeit und habe es genossen die Kultur hier kennen zu lernen. Ich würde mich immer wieder so entscheiden. Ich hatte die Möglichkeit zu reisen und noch mehr von Asien zu sehen. Es war eine unglaubliche Möglichkeit.

„Warum hast du dich für Hong Kong entschieden?“, oder „Wie kommst du auf Hong Kong?“, fragen mich und haben mich bereits viele Menschen gefragt. Darauf antworte ich mit: „Das ist eine sehr gute Frage und dann fange ich an zu erzählen. Über meine Zweifel, die ich noch in Deutschland hatte, über die Erfahrungen, die ich über das ganze Jahr hindurch gesammelt habe und zu guter letzt über meine persönliche Entwicklung.

Die Entscheidung nach dem Abitur ein Jahr im Ausland zu verbringen stand auf jeden Fall fest. Ich wollte mehr von der Welt sehen und Erfahrungen sammeln, die mich selbstständiger und reifer werden lassen. Obwohl ich für die German Swiss International School in Hong Kong angenommen wurde, hatte ich, bis ich nach Hong Kong kam, Zweifel und Sorgen, weil ich als erste weibliche Kraft einen enormen (Leistungs-)druck verspürte. Was wäre, wenn ich den Anforderungen nicht gerecht werden kann. Ich stellte mir sehr viele Fragen, die ich mir zum Teil wirklich hätte sparen können.

Heute kann ich definitv sagen, dass meine Einsatzstelle an der Deutsch-Schweizerischen Schule die beste Entscheidung gewesen ist, die ich niemals bereuen werde. Wo ich kurz zuvor noch Schülerin gewesen bin, habe ich die Rolle als Lehrassistentin eingenommen und mit Schülern zusammengearbeitet. Ich bin ein wichtiger Ansprechpartner für die Kinder geworden und habe gelernt Verantwortung in vielerlei Situationen zu übernehmen. Die Arbeit mit den Kindern hat mir viel Freude bereitet und jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich habe gemerkt, wie wichtig diese Kinder mir geworden sind, gerade, weil ich über das Jahr so eine enge Beziehung zu den meisten Kindern aufgebaut habe. Vorallem der Aspekt, dass ich meinen musikalischen Beitrag für die Weihnachtsfeier mit meiner Klavierbegleitung geben konnte, gaben mir das Gefühl, Teil dieser Schule zu sein und als Freiwillige gebraucht zu werden. Auch ein positives Fazit kann ich zum Miteinander mit meinen Arbeitskollegen ziehen, welche auf freundschaftlicher und harmonischer Basis lief. Durch Sie habe ich mich in eine neue Perspektive, unzwar in die eines Lehrers hineinversetzen können und habe vieles besser nachvollziehen können, was ich als Jugendliche nicht verstanden hätte.

Die Einsatzstelle in Hong Kong hat mir ebenfalls die Möglichkeit gegeben, weitere asiatische Länder wie Korea, Philippinen und Taiwan zu bereisen und mehr über die asiatische Kultur zu sehen und mit den Einheimischen in Kontakt zu treten. Ich glaube, dass ich in so kurzer Zeit noch nie so viel gesehen und erlebt habe, wie in dem Jahr in Hong Kong.

Einerseits ein Jahr voller, reichhaltiger Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen und vielseitigen Kulturen. Andererseits ein Jahr der Selbstfindung, wo ich eigenständiger, verantwortungsbewusster und zielorientierter geworden bin. Das ist das Fazit, was ich ziehe und ich möchte mich beim ganzen GSIS-Team für das Vertrauen, welches in mich gesetzt wurde, herzlich bedanken. Ebenfalls gilt mein ganz besonderer Dank an die Grundschulleiterin und meiner Mentorin, die mir das Jahr in Hong Kong ermöglicht haben und das Jahr so wunderbar und unvergesslich gemacht haben.

Sozialarbeit, Entwicklungshilfe und Umweltarbeit sind Begriffe, die meistens mit einem Freiwilligendienst im Ausland in Verbindung gesetzt werden. Viele Leute entgegnen mir mit Erstaunen, wenn ich ihnen von meinem Freiwilligendienst in der Metropole Hongkong erzähle, denn das dies auch mit dem Großstadtleben in einem wirtschaftsstarken Land und der Arbeit an einer renommierten Deutschen Auslandsschule verbunden sein kann ist vielen nicht klar.

Während meines Abiturjahres entschied ich mich für einen Freiwilligendienst vor dem Studium in der Erwartung prägende Erfahrungen beim Leben in einer fremden Stadt, einem fremden Land und einer fremden Kultur zu sammeln und mich persönlich weiterzuentwickeln. Ich wollte das Leben in der Großstadt kennenlernen und genießen, dabei jedoch nicht westliche Lebensstandards aufopfern müssen.

Als ich also auf einem Seminar des Sozialen Friedensdienst Kassel beim Durchblättern der Freiwilligenberichte auf die Einsatzstelle an der Deutsch Schweizerischen Internationalen Schule in Hongkong stieß, schien alles wie perfekt zu passen.

Nach nun über neun Monaten kann ich nur sagen, dass das Leben in Hongkong und meine Arbeit an der GSIS es geschafft haben meine Erwartungen weit zu übertreffen und in den Schatten zu stellen. Ich habe hier einen Freiwilligendienst geboten bekommen, der mir zum interessantesten und spannendsten Jahr meines bisherigen Lebens verholfen hat - eine Zeit, die ich sicherlich nie vergessen werde.

Am Pokfulam-Campus, einem der zwei Standorten der Grundschule, arbeite ich im deutschsprachigen Zweig zusammen mit den Lehrern der Vorschule und der ersten Klasse, helfe ihnen bei der Bereitstellung von Unterrichtsmaterial und der Betreuung der Kinder. Dazu gehört die Mithilfe im Unterricht, z.B. beim Erklären von Aufgaben, beim Betreuen von einzelnen Kindern oder beim Anleiten von Spielen im Sportunterricht aber auch die Vorbereitung von Materialien, was unter anderem viel kopieren, laminieren und ausschneiden bedeutet.

Ein weiterer großer Teil meines Aufgabenbereichs sind die Pausen- und Busaufsichten, bei denen man nochmal auf eine ganz andere Art mit den Kindern Kontakt hat, mit ihnen spielen und rumalbern kann aber vor allem auch ein hohes Maß an Verantwortung übernehmen muss. Ein paar Mal in der Woche habe ich die Möglichkeit am anderen Campus mit den älteren Kindern der zweiten bis vierten Klassen zu arbeiten. Dort bin ich hautsächlich mit den Schülern des internationalen Zweigs beschäftigt, wo ich vielseitig im Sportunterricht eingesetzt werde oder bei interessanten Nachmittagskursen, wie z.B. Computeranimation mithelfe.

Auch wenn mein Arbeitsalltag eigentlich durch einen Stundenplan geregelt wird ist kaum ein Tag wie der andere und man wird immer wieder flexibel an anderen Stellen eingesetzt, wenn es besondere Veranstaltungen gibt wie Ausflüge, Theateraufführungen oder Klassenfahrten.

Ich kann nur sagen, dass Hongkong eine wahnsinnig interessante Stadt ist und die GSIS eine Einsatzstelle, an der einem so schnell nicht langweilig wird und deren internationales Umfeld immer wieder neue Überraschungen und Herausforderungen bereithält.

Ich bin unglaublich froh, dass ich mich für die GSIS, das Abenteuer Hongkong, für das Unbekannte, die fremden Menschen, den Neubeginn in einer neuen Stadt und das komplett andere Leben im Ausland entschieden habe und bin sehr dankbar, dass ich durch die GSIS und den SFD-Kassel die Möglichkeit dazu bekommen habe.

Abitur und was dann?!

Die wohl am meisten gefürchtetste Frage aller angehenden Abiturienten war für mich damals leicht zu beantworten: Vor dem Studium noch einmal möglichst weit weg , eine fremde Kultur kennenlernen und dabei einen Antipol zum bald drohenden sturen Auswendiglernen finden.

Nach bestandenem Auswahlverfahren beim Sozialen Friedensdienst Kassel, erfolgreichem Erkämpfen meiner Traumstelle an der German-Swiss-International-School in Hong Kong und gesichertem Studienplatz an der HSG in St.Gallen, wurde ich sogar noch per Gesetz vom „Zivi“ zum Freiwilligen befördert. Ich konnte mein Glück kaum fassen!

Nach eingehender Vorbereitung durch den Träger fühlte ich mich befähigt ein Jahr lang Gutes zu tun und die deutsche Kultur nach HongKong zu tragen. Mit etwas Mut und viel Zuversicht im Gepäck machte ich mich also auf den Weg in das unbekannte Land, ohne dort jemanden zu kennen oder eine feste Bleibe zu haben. Nachdem das Staunen der ersten paar Tage vom Arbeitsbeginn an der Deutschen Grundschule abgelöst wurde, holte mich der Ernst des Lebens ein. Es galt eine Wohnung zu finden, sich diverse neue Namen zu merken und sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Nach weiteren zwei Wochen Abenteuer waren die eigenen vier Wände gefunden und das richtige Eingewöhnen begann. Der Arbeitsalltag fing an und ich lernte die Kinder und Kollegen kennen. Die feucht schwüle Hitze und das geschäftige Treiben waren mittlerweile auch schon zur Normalität geworden und im Tagesablauf ein ständiger Begleiter.

Durch die herzliche Aufnahme meiner Vorgesetzten und Kollegen wurde mir der Einstieg in den Arbeitsalltag erheblich erleichtert und ich wurde konsequent mit Rat, Tat und Kochgeschirr unterstützt. Der Umgang miteinander ist sehr offen, wodurch Verbesserungsvorschläge von beiden Seiten gut aufgenommen werden und zur allgemeinen Zufriedenheit umgesetzt werden.

Mit Höhen und Tiefen etablierte sich meine Rolle als Zivi Freiwilliger und das Arbeitsfeld veränderte sich von kopieren, laminieren und laufen zu basteln, lehren und fördern. Wenn es so etwas wie einen Laminier- und Kopiermeisterschein geben würde, wäre er mir bestimmt nach dem ersten Monat verliehen worden! Mein Arbeitsalltag wurden im Laufe der Zeit angenehm vielseitig und ich kann meine Stärken im Unterrichtsgeschehen gut einbringen. Des weiteren bekam ich einige Nachhilfeschüler und betätigte mich bei der Lego Mindstorm AG um die Kinder neben der Schule noch anderweitig zu fördern und fordern. Am meisten gefällt mir an meiner Tätigkeit, dass die Arbeit mit den Kindern nie langweilig wird, weil ständig ein Wuseln von quirliger kreativer Energie um mich herum herrscht, das konsequente Aufmerksamkeit braucht und jeden Tag aufs Neue fordert. Auch wenn sich so etwas wie ein Alltag eingestellt hat, gleicht doch kein Tag dem Anderen. Mal hab ich Zeit mit Kollegen zu plauschen, mal höre ich lebensverändernde Geschichten über Insekten und Spielzeuge der Kinder an, perfektionierte mechanische Arbeitsabläufe oder rette mit kreativer Problemlösung und Wissen den Tag.

Neben der Schule betreibe ich unter anderem Parkour mit einem lokalen Team, lerne fleißig Mandarin in einer Sprachschule, biete Reisenden einen Schlafplatz via Couchsurfing, blogge über meine Eindrücke, betätige mich bei Rotaract und InterNations als emsiges Mitglied und mache nebenbei jeden Tag neue prägende Erfahrungen. Meine einzige Sorge bleibt in dieser Hinsicht, dass ich immer genug Schlaf bekomme, bei schier endlosen Möglichkeiten mich zu bilden und mich vielseitig zu fordern. Täglich kommt man mit neuen Chancen in Kontakt, die man entweder ergreifen kann oder einfach an sich vorbeistreichen lässt, weil man weiß, dass am nächsten Tag noch viel mehr kommen wird.

Dieser Stelle anzutreten war sicherlich die richtige Entscheidung um etwas Neues zu erleben, bevor ich mich unter Büchern begrabe und schriftlichen Tests stelle, die nach all den Herausforderungenin HongKong auf einmal wie ein Zuckerschlecken erscheinen werden.

Da ich mich nicht für einen Studienjahrgang entscheiden konnte, habe ich mich letztes Jahr dafür entschieden nach Hongkong zu gehen. Daher bewarb ich mich beim Sozialen Friedensdienst Kassel (SFD) für einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD). Vom SDF erfuhr ich auch von der Einsatzstelle an der GSIS Hongkong. Da ich beabsichigte nach Asien zu gehen, bewarb ich mich für diese Stelle. Nach einem Skype-Gespräch mit der Schulleiterin und der stellvertretenden Schulleiterin, hieß es dann auch, dass ich diese Stelle bekommen solle.

Also ging es dann am 15. August für mich nach Hongkong. Dieser Schritt fiel mir ehrlich gesagt weniger schwer, da ich ein Jahr für ein sehr absehbaren Zeitraum befand. Nun gut, im August kam ich mit meiner Mitfreiwilligen in Hongkong an. Wir hatten uns für den ersten Monat beide einen kleinen Raum in Sai Yin Pun angernietet und da wir uns gut verstanden begannen wir zusammen etwas die Gegend zu erkunden bis der erste Schultag begann.

An unserem ersten Arbeitstag wurden wir erst einmal durch das Schulgebäude geführt und unseren Mentorinnen vorgestellt. Da für uns noch alles neu war und wir uns auch gleichzeitig noch an das Wetter gewöhnen mussten, bekamen wir die ersten Wochen erst einmal nur kleinere Aufgeben, welches definitiv sehr dazu beitrug, dass wir uns gut einleben konnten. Die ersten Wochen wurde ich größtenteils nur bei den ersten Klassen eingesetzt, da diese mit Abstand am meisten Hilfe gebrauchen konnten. Nach 1-2 Monaten kannte ich die meisten Kollegen recht gut und wurde auch in anderen Klassen eingesetzt, bis ich zuletzt in so gut wie jeder Klasse des GDPs regulär eingesetzt war.

Während meine Arbeit am Anfang eher einfacherer Natur war, bekam ich mit der Zeit deutlich mehr Verantwortung, sodass ich teilweise auch bestimmte Basteistunden vertreten durfte. Jedoch gehört Materialvorbereitung nun mal zu einen unserer Haupttätigkeiten, sodass meine Laminier-, Kopier- als auch Basteikünste nie eingerostet sind. Dies war jedoch teilweise auch eine gute Chance etwas zu entspannen und dem Schulstress zu entkommen.

Nach dem ersten Monat bin ich in eine 7-köpfige WG gezogen, in welcher ich mich nicht so wirklich wohl gefühlt habe, welches deutlich in meine Laune eingespielt hat. Jedoch wurde ich dauerhaft von meinen Kollegen psychisch unterstützt und es war gut zu wissen, immer jemanden zu haben, an den man sich wenden kann. Ebenfalls wurde unser Gehalt vom August 2018 uns vorgestreckt, welches eine enorme Hilfe war. Ohne diese Unterstützung hätte ich mir das finanziell nicht leisten können die ganzen Deposits zu bezahlen, da man erst im 3. Monat wirklich Kinder findet, welche Nachhilfe benötigen. Nachhilfe hat eine enorme Rolle in meiner finanziellen Lage gespielt, da ich gegen Ende monatlich genauso viel damit verdient habe wie unser Gehalt.

Außerschulisch war ich bei jeder Klassenfahrt dabei, was ein ziemlicher Spaß, aber auch eine Chance die Kinder etwas besser kennenzulernen ist. Ebenfalls war ich in vielen ECAs des GPDs und EPDs eingesetzt. Dazu gehörten die Theater-AG, Schülerzeitung, Football ECA, Cross-Country, Handball und Friday ICT.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich dank der Unterstützung meiner Kollegen ein extrem schönes und auch lehrreiches Jahr hatte, an welchem ich enorm gewachsen bin.

Just another Wong in Hong Kong

"Wo shì de guó rén dan shì wo ye shì zhōng guó rén." Zu Deutsch: "Ich bin Deutscher, aber ich bin auch Chinese." Ein Satz, der bei vielen Verwunderung auslöst. Äußerlich sehen mir nur die wenigsten an, dass ein Teil meiner Familie aus dem fernen Osten stammt. Schließlich bin ich für Menschen aus Berlin auch nie „Wong Chak Hei“, sondern immer Jonas gewesen. Den Wunsch daran etwas zu ändern, habe ich nie verspürt. Von einigen habe ich höchstens den Spitznamen „Wong“ erhalten. Bis auf familiäre Besuche in Hongkong und durch die Erziehung meines Vaters gewährte Einblicke, hatte ich bloß sehr begrenzten Zugang zu dem Menschen, der ich zur Hälfte immer gewesen bin.

Nach meinem Abiturabschluss wusste ich trotz der 19.000 verschiedenen Studiengänge nicht, was ich studieren wollte. Auswahl macht eben die Auswahl nicht leichter. Schließlich begann ich mich nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt im sozialen Bereich umzuschauen. Zufällig erfuhr ich von der Einsatzmöglichkeit an der GSIS in Hongkong. Mein Interesse war sofort geweckt: Ein Jahr lang in der Stadt zu leben, wo ich sonst nur ein paar Wochen zu Besuch gewesen war. Ein Jahr lang an den Ort, wo ein großer Teil meiner Familie sich befand, den ich doch so selten gesehen hatte und kaum kannte. Wichtig war für mich auch, eine in meinen Augen sinnvolle Arbeit auszuführen, durch die ich neue Erfahrungen sammeln, Wertvorstellungen dazugewinnen und Menschen kennen lernen wollte. Ich wurde vom Sozialen Friedensdienst Kassel zu einem Seminar eingeladen und erhielt zu meiner großen Freude nach einem Interview auch eine Zusage seitens der Schule. Meine "Reise" sollte also zunächst ans andere Ende der Welt führen, von einer Hauptstadt in eine noch größere und hektischere Metropole.

Sofern die Umstände es zuließen, brauchte ich in den ersten Monaten meiner Ankunft Geduld und Zeit zur Gewöhnung an Arbeit und Umgebung. Was hierbei wirklich geholfen hat war das freundliche Kollegium, auf dessen Verständnis und Hilfsbereitschaft ich mich immer verlassen konnte. Außerhalb der Schule hat mich meine Familie oft unterstützt und sich verständlich gezeigt, wenn ich ihnen zusätzliche Arbeit einbrachte.

Trotz dessen musste ich mich zunächst in den vielen Klassen zurecht finden und eine Balance finden, um im Unterricht eine wirksame Unterstützung zu sein. Ich denke mich in einigen Klassen (zu) schnell als strenge Person etabliert zu haben, was ich im Nachhinein abgemildert habe. Zu meiner ständig wiederkehrenden Freude durfte ich feststellen, dass der Alltag an einer Grundschule sehr abwechslungsreich ist und täglich neue Erlebnisse, aber auch Herausforderungen mit sich bringt.

Beispielsweise finden einige Kinder Gefallen daran, es mit ihren Späßen auf die Spitze zu treiben oder aber sie können ihre Emotionen noch nicht kontrollieren. Da ich mich zum ersten Mal in der Position einer „Lehrperson“ wiederfand, wusste ich nicht gleich von Anfang an damit umzugehen. An einigen Tagen gab es so viele Auseinandersetzungen unter den Kindern, dass ich zum Ende hin nicht mehr genügend Energie und Geduld hatte um diese vernünftig zu lösen. In einem Interview für den Studienführer der Zeit sagte ein Grundschullehrer, dass er nie genug Zeit habe, allen Bedürfnissen der Schüler und seinen eigenen gerecht zu werden. Auch wenn ich keine Lehrperson im eigentlichen Sinne bin, kann ich diese Aussage bestätigen: Manches kommt eben zu kurz. Dennoch habe ich mir seither vorgenommen, routinierter mit solchen Vorfällen umzugehen und stets einen klaren Kopf zu bewahren. So empfinde ich diese Tage im Nachhinein nicht als unangenehm, sondern versuche aus ihnen zu lernen.

Neben diesen Ereignissen gibt es auch besonders schöne Momente, in denen man viel „zurückbekommt“. Zum Beispiel wenn ein Kind über seinen eigenen Schatten springt, sich bei anderen entschuldigt oder den Mut findet vor anderen zu sprechen, was es sich zu Beginn nicht getraut hätte. Man begleitet sie ja quasi für eine Zeit lang beim „groß“ werden und Momente, in denen man bloß lächeln kann kommen dabei oft vor. Gerade weil es Kinder sind, erleben sie vieles zum ersten Mal in ihrem Leben und die Freude und Faszination mit der sie das tun, ist sehr schön anzusehen.

Was mir ebenfalls gefallen hat, war die Einzel - und Gruppenarbeit mit Kindern, die Probleme beim Verstehen einer Aufgabe hatten. Mir kam es dann zu, letzteres zu erläutern und verständlich zu machen. Darüber hinaus habe ich es als sehr spannendes Erlebnis empfunden, die Schulteams der Aktivitäten Cross Country & Biathlon zu den Wettkämpfen als „Coach“ zu begleiten. Da hierbei 90% der Kinder aus dem Englischen Zweig stammten, stellte dies eine gute Möglichkeit dar, eine gute Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Natürlich hat die Arbeit an der Grundschule den Großteil meiner Zeit ausgemacht und mit Sicherheit könnte ich noch Unmengen aus dem Schulalltag erzählen, doch der Schritt ins Ausland hat mir auch auf anderen Ebenen einen Einblick gewährt: Ich habe die Umgangsarten und Lebensweisen meiner chinesischen Familie über einen langen Zeitraum erleben dürfen, viel Zeit mit Selbstreflexion (der eigenen Probleme) verbracht und meine nächsten Schritte nach dem Auslandsdienst geplant und entschieden.

Alles in allem glaube ich sehr mit diesem Jahr gewachsen zu sein und ich bin dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit erhalten habe. Mit Sicherheit stellt ein Freiwilligendienst an einer deutschen Schule im Ausland eine bereichernde Möglichkeit darstellt, die man unbedingt in Betracht ziehen sollte.

Mai 2019, Jonas Wong

Mein Jahr an der GSIS

Ursprünglich hatte ich geplant, keine Zeit nach dem Abitur zu verlieren und sofort mit dem Studium zu beginnen. Doch da der Studiengang, den ich mir ausgesucht habe, sich in großen Teilen mit China beschäftigt, wollte ich sichergehen, dass China, oder aber Hong Kong, das Richtige für mich ist. Somit entschied ich mich für einen IFJD. Auf der Suche nach einer Einsatzstelle in China oder Hong Kong fand ich nach längerem Suchen den SFD, welcher die Freiwilligen an die GSIS in Hong Kong vermittelt, und bewarb mich dort.

Meine ersten zwei Wochen hier in Hong Kong waren für mich wider erwarten sehr anstrengend, da ich größtenteils auf mich allein gestellt war. Zusätzlich erschwerten mir die hohen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit das Einleben. Bei meiner Wohnungssuche hatte ich sehr großes Glück, da schon die zweite Besichtigung mit sehr guter Lage, tollen Mitbewohnern und sehr gutem Preis, meine neue Wohnung wurde.

Als am 21. August 2018 dann mein IJFD an der GSIS begann, war ich anfangs sehr aufgeregt und nervös. Doch als alle Kollegen mich und meinen Mitfreiwilligen sehr herzlich aufgenommen haben, konnte ich mich schnell einfinden und einarbeiten.

Kurz zuvor noch Schülerin, habe ich mich nun in der Rolle der Lehrassistentin wiedergefunden, mit einer Arbeitswoche aufgeteilt in drei Tagen an der Grundschule am Peak und zwei Tagen an der Vorschule in Pokfulam. Am Pokfulam-Campus arbeitete ich im deutschsprachigen Zweig, zusammen mit den Lehrerinnen der Vorschule. Ich half ihnen bei der Betreuung der Kinder. Dazu gehörte die Mithilfe im Unterricht, das Erklären von Aufgaben und das Betreuen von einzelnen Kindern. Außerdem half ich beim Vorbereiten der Unterrichtsmaterialen, mit Kopieren, Laminieren und Ausschneiden. Am Peak-Campus war ich ebenfalls im deutsprachigen Zweig tätig, hier aber hauptsächlich in der ersten und zweiten Klasse, wobei meine Aufgaben sich nicht von meinen Aufgaben am Pokfulam-Campus unterschieden haben.

Kaum ein Tag glich dem Anderen am Peak-Campus, da ich immer wieder flexibel eingesetzt wurde, sobald jemand Unterstützung benötigte. Sei es im Unterricht oder bei besonderen Veranstaltungen wie Ausflüge, Theateraufführungen oder Klassenfahrten. Die Klassenfahrten, die normalerweise zwei Tage lang sind, waren für mich auch eine Möglichkeit die Kinder kennenzulernen, mit denen ich im Schulalltag kaum etwas zu tun hatte, sowie auch die Schüler der 3. und 4. Klasse, mit denen ich auf Cheung Chau im Camp war.

Hong Kong ist eine wahnsinnig interessante Stadt und die GSIS eine Einsatzstelle, an der durch Abwechslung und internationalem Umfeld immer wieder neue Überraschungen und Herausforderungen bereit stehen.

Ich bin unglaublich froh, dass ich mich für die GSIS, das Abenteuer Hong Kong, für das Unbekannte, die neue und fremde Kutlur, den Neubeginn in einer neuen Stadt und das Leben im Ausland entschieden habe. Auch bin ich sehr dankbar, dass ich durch die GSIS und den SFD-Kassel diese Möglichkeit bekommen habe. Durch die Einsatzstelle in Hong Kong hatte ich ebenfalls die Gelegenheit, mehr über die asiatische Kultur zu erlernen und Länder wie Korea, die Philippinen,Singapur und China zu bereisen. In so kurzer Zeit habe ich noch nie so viel gesehen und erlebt, wie in meinem Auslandsjahr in Hong Kong. Außerdem war es für mich ein Jahr der Selbstfindung, in dem ich eigenständiger, verantwortungsbewusster und zielorientierter geworden bin. Ich hätte mir kein besseres Auslandsjahr vorstellen können und möchte mich beim ganzen GSIS-Team für das Vertrauen, welches in mich gesetzt wurde, herzlich bedanken.